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Laufend: Vortragsreihe Fachdidaktik kontrovers

Fake news - Bildung und Wahrheit in der Mediengesellschaft

Zeitgenössische Phänomene wie fake news, filter bubble und alternative facts zeigen, dass die Grenze zwischen objektiver Information und subjektiver Meinungskundgabe zunehmend verschwimmt. Während einerseits scheinen digitale Medien eine Pluralisierung und Demokratisierung des Wissens zu erlauben, besteht dadurch andererseits die Gefahr einer perspektivischen Vielfalt, die den Empfänger in einer großen Undurchsichtigkeit zurücklässt. Obwohl der Wissenszugang erleichtert wird, fordern digitalen Medien ein hohes Reflexionsniveau sowie eine ausgebildete Urteilskraft, um Inhalte kritisch zu selektieren und auf dahinterliegende Interessen hin befragen zu können. Die neuen Phänomene werfen somit nicht nur Fragen der Erkenntnistheorie auf, sondern stellen vor allem eine politische und gesellschaftliche Herausforderung dar, die im Kontext von Bildung von höchster Relevanz sind. Welchen Beitrag kann der Schulunterricht dabei leisten, um den Lernenden einen mündigen Umgang mit Medien zu vermitteln? Inwieweit sollen dabei digitale Medien zum Einsatz kommen? Und vor welchen unterrichtsmethodischen und didaktischen Herausforderungen werden Lehrende dabei gestellt?

Ankündigung: Fachdidaktik kontrovers im Wintersemester

Erziehung zum Guten? Ethikunterricht zwischen Reflexion und Indoktrination.

Ab dem kommenden Schuljahr wird der Ethikunterricht als Pflichtgegenstand flächendeckend in Österreichs Schulen eingeführt. Bezeichnenderweise wird Ethik zum Pflichtgegenstand nur für jene Schüler und Schülerinnen, die keinen Religionsunterricht besuchen. An den Ethikunterricht wird die Erwartung geknüpft, dass er in säkularen und religiös pluralistischen Gesellschaften eine ähnliche Rolle übernimmt wie früher Religion und Kirche: durch den Ethikunterricht soll ein gemeinsames ethisches Verständnis, ein gemeinsames Wertefundament im Umgang miteinander und mit der Umwelt vermittelt werden bzw. sich herausbilden. Angesichts solcher Erwartungen darf einmal mehr die Frage gestellt werden, was der Ethikunterricht wirklich leisten kann und soll. Haben Lehrpersonen im Ethikunterricht die Aufgabe, Schüler und Schülerinnen zu moralisch guten Menschen zu erziehen? Wollen wir den Ethikunterricht als Wertevermittlung verstehen und wenn ja, auf welchen gemeinsamen Wertekanon können wir dabei zurückgreifen? Oder bietet die Ethik als genuin philosophische Disziplin nicht vielmehr vor allem Reflexionsstrategien und rational verhandelbare Argumente an, um über bestehende Wertsetzungen und moralische Problemstellungen nachzudenken?

Es stellt sich also die Frage, wie wir Schülerinnen und Schülern Anstöße zu produktivem Meinungsaustausch und fruchtbarem Streit geben können, wenn es darum geht, eigene Werthaltungen zu entwickeln und mit guten Gründen bestimmte Positionen zu ergreifen.