Bildungsforum: Psychologie

Die empirische Psychologie, vor allem die angewandte Psychologie samt ihren diagnostischen Verfahren, steht schon seit geraumer Zeit unter dem Verdacht, den Menschen auf operationalisierbare und quantifizierbare Output-Generierung zu reduzieren. Gegen diese Tendenz ist es an der Zeit, an die aufklärerische Funktion der Psychologie zu erinnern. Das psychologische Wissen und Können muss nicht ausschließlich im Sinne von Messresultaten und -instrumenten verstanden werden, sondern als allgemeines Bildungsgut, als Befähigung zum psychologisch reflektierten Handeln.

Die Vortragsreihe „Bildungsforum: Psychologie“ behandelt das bisher nur marginal diskutierte Verhältnis zwischen Psychologie und Bildung. Im englischsprachigen Raum wird seit 2010 das Konzept der psychological literacy vermehrt diskutiert, während in deutschsprachigen Ländern nur sehr wenige Beiträge zur Frage existieren, in welcher Beziehung Psychologie und Bildung sind und sein sollen. Die geplante Vortragsreihe will diesem Desiderat entgegenwirken.

Grobe Leitfragen des „Bildungsforums: Psychologie“ lauten: Kann die Psychologie einen relevanten Beitrag für die Allgemeinbildung leisten, und wenn ja, in welcher Form? Gibt es eine dezidiert psychologische Bildung und wie könnte diese konzipiert werden, welchen Nutzen könnte sie für Individuum und Gesellschaft haben? In welchem Verhältnis stehen die psychologischen Disziplinen und Paradigmen mit der empirischen Bildungsforschung, der Bildungstheorie und der Bildungsphilosophie? Welchen Stellenwert hat der Bildungsgedanke in der Psychologiedidaktik? Wozu und wie soll was von der Psychologie vermittelt werden?

Im Sommersemester 2019 werden folgende Vorträge stattfinden:

Plakat 

Folder


28. März 2019: Gislinde Bovet (Rottweil)
"Psychologische Allgemeinbildung für Schülerinnen und Schüler"

Folien zum Vortrag

04. April 2019: Stephan Dutke (Münster)
"Bildet Psychologie? Anregungen aus dem Lernen und Lehren von Psychologie"

Folien zum Vortrag

23. Mai 2019: Marko Lüftenegger (Wien)
"Motivation bildet! Entwicklung und Förderung von Bildungsmotivation im Schulkontext"

Folien zum Vortrag

 

 

 

 

Für alle Kunst-Interessierten: Das Design des Plakats und Folders basiert auf dem Werk des Künstlers Stephan Balkenhol.

„Meine Skulpturen erzählen keine Geschichten. In ihnen versteckt sich etwas Geheimnisvolles. Es ist nicht meine Aufgabe, es zu enthüllen, sondern die des Zuschauers, es zu entdecken.“

– Stephan Balkenhol

Biographie

Stephan Balkenhol wuchs in Fritzlar, Luxemburg und Kassel auf und besuchte mehrere Jahre die Europäische Schule in Luxemburg, an der sein Vater zu dieser Zeit lehrte. Balkenhol legte sein Abitur am Kasseler Friedrichsgymnasium ab. Mit seinem Mitschüler Peer Schröder gab er die hektographierte Zeitschrift Schorli Morli heraus; bereits Jahre zuvor erkundeten sie die Documenta 5. Balkenhol studierte von 1976 bis 1982 an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg unter anderem bei Ulrich Rückriem. Durch das Karl Schmidt-Rottluff Stipendium konnte er seinen Weg zum Bildhauer einschlagen. Nachher war er Lehrer am Städelschen Kunstinstitut in Frankfurt. Seit 1992 ist er Professor an der Akademie der bildenden Künste in Karlsruhe. In seinem Dienstatelier in Karlsruhe haben seine Studenten die Gelegenheit, seine Arbeit zu kommentieren.

Werk

Balkenhol arbeitet in Skulpturen, Reliefs, Zeichnungen und graphischen Techniken wie Lithographie, Holzschnitt und Siebdruck. Der Mensch steht im Mittelpunkt seiner Arbeiten.
Er entwickelt Grundtypen, die er vielfältig variiert. Sein bekanntester Figurentypus ist der Mann mit schwarzer Hose und weißem Hemd. Kleidung und Haltung der dargestellten Menschen deuten auf die Gegenwart. Sie zeigen keine eindeutigen Emotionen, sie blicken scheinbar ins Leere oder auf – für den Betrachter – unbekannte Punkte. Die Figuren bleiben distanziert, anonym und rätselhaft.
Neben den Skulpturunikaten und den Zeichnungen hat Stephan Balkenhol auch ein umfangreiches Werk an Bronze-Editionen und druckgraphischen Arbeiten geschaffen, die 2014 und 2015 in zwei Werkverzeichnissen dokumentiert wurden.

Werkauswahl

L'Homme sur sa Bouée, Amiens, Frankreich

La Femme à la Robe verte, Amiens, Frankreich

Großer Mann mit kleinem Mann im Palais am Pariser Platz, Berlin-Mitte

Mann mit Vogel, Bremen, am Martinianleger

Vier Männer auf Bojen in Hamburg. Die Figuren sind aus Eichenholz, wiegen je neun Tonnen und sind jede auf einem Schwimmkörper montiert. Jedes Frühjahr werden sie in der Stackmeisterei auf Finkenwerder von Balkenhol überholt. Die vier Standorte sind:

Hamburg-Altona, Elbe bei Övelgönne

Hamburg-Bergedorf, Serrahn

Hamburg-Mitte, Außenalster, Höhe Sechslingspforte

Hamburg-Harburg, Süderelbe

Bronzeplastiken Mann + Frau vor der Zentralbibliothek Hamburg

Bronzeplastiken Mann auf dem Hals einer Giraffe, Hamburg-Stellingen

Sphaera (Skulptur Mann auf Mozartkugel) in Salzburg

Mann mit ausgebreiteten Armen und weißem Hemd, Kaufingerstraße München, vor der Kaufingertorpassage

Balanceakt, Axel-Springer-Hochhaus, Berlin

Man with Fish, Chicago, Shedd Aquarium